Wie Brandwatch PeerIndex kauft und auf Wachstumskurs geht

Giles Palmer, CEO Brandwatch PeerIndex Nur 10 Wochen dauerte es, bis aus einem ersten Gespräch zwischen Giles Palmer (Bild), CEO Brandwatch, und Azeem Azhar, CEO von PeerIndex, die gestern erfolgte Bekanntgabe resultierte, dass Brandwatch PeerIndex übernimmt, wie Giles Palmer im Brandwatch-Blog berichtet. Damit hat der Social Media Monitoring-Anbieter aus dem englischen Brighton seine Portfolio im Bereich Analytics deutlich verstärkt, eine erste Übernahme realisiert und hat nun inklusive der Mitarbeiter des Influencer Analytics-Anbieters weltweit etwa 300 Mitarbeiter, davon knapp 40 in Deutschland (in Berlin und Stuttgart).

Peerindex, Klout und Kred

Lange Zeit wurde PeerIndex zwar in der Nähe der Reputationstools Klout und – etwas weniger bekannt – Kred verortet, allerdings hat sich die Ausrichtung zunehmend verändert. Aktuell verfügt PeerIndex über die nach eigenen Angaben größte unabhängige Autorendatenbank (mehr als 300 Millionen Autorenprofile von PeerIndex, über vier Jahre Twitter-Autorendaten sowie eine sehr transparente Influencer Mapping-Technologie) und soll so künftig den Brandwatch-Nutzern neue und wertvolle Einsichten ermöglichen.

“Für Marketingverantwortliche ist es entscheidend, mehr über die Menschen zu erfahren, die hinter den Online-Gesprächen stehen. Deshalb ist es wichtig, dass wir Technologien zur Verfügung stellen, die es ihnen ermöglichen, ihre Zielgruppensegmente in großem Umfang treffsicher gezielt anzusprechen.”, sagt Giles Palmer über die Motivation hinter der Übernahme (siehe auch Pressemeldung)

Wie Brandwatch PeerIndex integrieren will

Auch wenn PeerIndex – neben dem derzeit ebenfalls noch integrierten Kred – bereits in die Brandwatch-Oberfläche eingebunden war, soll die Integration und weitere Produktentwicklung behutsam passieren. So ist z.B. noch nicht final entschieden, wie genau die Einbindung und Integration künftig aussehen soll. Das gesamte Team von PeerIndex, das 10 Mitarbeiter vor allem mit Entwickler-Schwerpunkt umfasst, wird aber umgehend bei Brandwatch einsteigen. Und Azeem Azhar wird des Weiteren als Produkt Evangelist eine wichtige Rolle bei Brandwatch übernehmen.

Weiterhin wurde das “neu aufgestellte Data Science Team, in dem einige brillante Mathematiker und Physiker arbeiten, beauftragt, weitere Verbindungen und Muster mithilfe dieser Daten zu finden, die wir anschließend in die Analytics-Plattform integrieren können”, schreibt Giles Palmer im Brandwatch-Blog und geht auch genauer auf die anstehenden Aufgabenstellungen ein:

Social Media aus der inhaltlichen Perspektive anzugehen bildet die Grundlage zum Erkennen, was in den sozialen Medien geschieht. Wir haben eine sehr große “Maschine” gebaut, die perfekt darin ist, Inhalte aufzuspüren, zu analysieren und zu kategorisieren.

Doch die Frage, die Brandwatch zu beantworten sucht, lautet: Warum geschieht es?
Warum hat sich dieser oder jener Inhalt so unglaublich schnell verbreitet? Und ebenso wichtig, wenn ein Unternehmen eine gute Chance haben möchte, einen gefeierten Erfolg zu wiederholen: Wie sollte das Content Marketing Team in solchen Fällen vorgehen?

Die Kombination der PeerIndex-Daten und -Technologie mit der Brandwatch-Technologie wird dabei helfen, all diese Fragen zu beantworten. Wir werden verstehen, dass eine bestimmte Nachricht sich verbreitet hat, weil eben eine ganz bestimmte Person darüber gesprochen hat. Und das Publikum dieser Person fungierte als Link zu einem anderen – identifizierten – Netzwerk aus Personen, in dem die Nachricht rasend schnell geteilt wurde – und dann haben fünf Mitglieder dieser Netzwerke sie ebenfalls geteilt und eine neue Gruppe wurde erschlossen und so weiter und so weiter.

Kaufpreis von 12 Mio. Euro – und Börsengang?

Einem Medienbericht zufolge betrug der Wert der Übernahme etwa 12 Mio. Euro (10 Mio. GBP), auch wenn Brandwatch selber keine Zahlen über den Kaufpreis veröffentlicht hat (TechCrunch meldet ergänzend, dass der Kauf überwiegend über Brandwatch-Anteile abgewickelt worden sei, sowie um “eine gewisse Summe in bar”). Zum bei SkyNews ebenfalls angedeuteten Börsengang 2016 merkt Brandwatch auf Nachfrage an, dass ein Börsengang “eine von vielen denkbaren Möglichkeiten ist, sich mittel- bis langfristig weiterzuentwickeln, derzeit aber der Fokus klar auf Wachstum (im Bereich Kundenzahl und Umsatz) sowie natürlich auf der Integration von PeerIndex liegt.”

Auch wenn es für ein Fazit nun wirklich noch zu früh ist…

Alles in allem ein schönes und vielversprechendes, wenn auch nicht ganz billiges Weihnachtsgeschenk für Brandwatch, das gerade im immer wichtiger werdenden Bereich Social Media (Influencer) Marketing neue Möglichkeiten eröffnen dürfte. Wir sind jedenfalls gespannt und bleiben dran 😉

Bild: Brandwatch

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Sein oder nicht Sein, das ist hier die Frage!

    Spannend anzusehen wie man für 12 Millionen Shares ein neues Feature ins Portfolio assimiliert. Als
    Old-School Entrepreneur der Equity/Share Deals wie Teufel das Weihwasser gemieden hat, könnte in diesem Deal eine verzweifelte Verkaufsaktion der PeerIndex Mannen sehen. War doch Klout nie so richtig von mir u.v.a. ernst genommen worden weil die Erhebung des Score immer intransparent war. Nun den “Glück ab” mit dem Ruf der Luftlandetruppen viel Glück mit dem Tradesale. HDS JG 55

    • Speziell Klout war da sicher immer ebenso bekannt wie umstritten – PeerIndex und Kred waren da zumindest etwas transparenter. Strategisch kann eine solche Integration jedenfalls durchaus sinnvoll sein, denn gerade im Hinblick auf Influencer sind Datenbanken mit angereicherten Autoren-Profilen eine gute Stütze. Bin jedenfalls auch gespannt, wohin sich das entwickeln wird…

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