Die Top 5 Metriken zur eigenen Website

website metriken webanalytics top 5Eine eigene Website gehört für Unternehmen und Organisationen heute zum Standard digitaler Kommunikation. Leider gilt dies nicht für das Thema Web Analytics: Die begleitende Analyse des Nutzerverhaltens auf der Website bietet zwar zahlreiche Werte und Informationen, wird aber viel zu selten genutzt. Die folgenden fünf Website Metriken sind aber aus unserer Sicht für jeden essentiell: Geräte-Nutzung, Referrer, Top-Seiten, Impressions und Unique User. Was sich hinter diesen Werten verbirgt, warum sie wichtig sind und wie Sie diese z. B. mit  Google Analytics oder Piwik im Blick behalten können (s.a. Liste Anbieter Web Analytics ), erklären wir in diesem Beitrag.

Womit: Geräte-Nutzung

Mit welchen Geräten Besucher auf Ihre Website kommen, verrät Ihnen viel darüber, wie Ihre Inhalte aufbereitet sein sollten. Web Analytics Tools erkennen, mit welchem Gerätetyp Besucher auf eine Website kommen. Unterschieden wird zwischen Desktop (also PCs und Laptops) sowie Smartphone bzw. Mobilgerät und Tablet. Aus technischer Sicht sollte man hier die Nutzung via Smartphone und Tablet gemeinsam als mobile Nutzung betrachten, da die Website-Nutzung via Touchscreen sich spürbar von der Nutzung am Desktop unterscheidet.

Warum dieser Wert für Sie wichtig ist? Knapp 30 Prozent der Seitenaufrufe erfolgen in Deutschland inzwischen über mobile Geräte (weltweit sind es über 40 Prozent, s. Webstatistik Deutschland Q4 2015). Doch noch immer gibt es viele Websites, die nicht für die Darstellung auf einem Smartphone oder Tablet angepasst sind. Für mobile Besucher sind solche Seiten nicht oder nur sehr eingeschränkt nutzbar. Damit würden Sie quasi – basierend auf den obigen Zahlen – jeden dritten Besucher Ihrer Website direkt wieder wegschicken. Sie sollten also immer wissen, wieviele Ihrer Websitebesucher “mobil” sind.

Wie Sie diesen Wert finden:
Google Analytics: Zielgruppe > Mobil > Übersicht

Piwik: Besucher > Geräte

Woher: Referrer

Wissen Sie, woher bzw. über welche Verweise die Besucher Ihrer Website kommen? Dies erfahren Sie durch den Referral Traffic.

Dabei lassen sich folgende Besucherquellen unterscheiden:

  • Direktzugriffe sind Sitzungen, bei denen der Nutzer die Adresse Ihrer Website in den Browser eingegeben oder Ihre Website über ein Lesezeichen aufgerufen hat. Dazu gehören auch Links, die man per E-Mail, Chat oder WhatsApp verschickt – und generell alles, was keiner anderen Besucherquelle zugeordnet werden kann, z. B. der Bereich Dark Social.
  • Organische Suchanfragen zeigen, wie oft Nutzer über Suchmaschinen auf Ihre Website kommen.
  • Bezahlte Suchanfragen zeigen, wie oft Nutzer über Suchmaschinen-Anzeigen auf Ihre Website kommen (z. B. Google Adwords).
  • Social Media verrät, wieviele Seitenaufrufe und Besucher über soziale Netzwerke auf eine Website kommen. Während die sogenannten Share Counts (die Sie z. B. auch als Teil der Sharing Buttons am Ende der Artikel hier im MonitoringMatcher sehen) verraten, wie häufig Ihre Beiträge in sozialen Netzwerken geteilt wurden, erfahren Sie erst in den Web Analytics, wie oft diese Links tatsächlich Besucher auf Ihre Website geführt haben.
  • Referral zeigt, wieviele Traffic Sie durch Links von anderen Websites (außer soziale Netzwerke) erhalten.
  • E-Mail fasst alle Zugriffe zusammen, die z. B. über einen Newsletter auf Ihre Website kommen. Voraussetzung ist, dass der Newsletter einen entsprechend angepassten Link enthält, der das Medium als „email“ ausweist. Newsletter und E-Mail-Klicks ohne einen solchen email-Parameter werden hingegen als Direktzugriff gezählt.
  • Display umfasst alle Zugriffe, die über Online-Anzeigen (z. B. Google Adsense) auf Ihre Website kommen.

Nur wenn Sie wissen, woher Ihre Besucher kommen, können Sie auch sinnvolle Maßnahmen einleiten, um mehr Nutzer auf Ihre Website zu lotsen. Hier gilt als Faustregel: Besucher über Social Media, Werbung und Newsletter zu bekommen, ist in der Regel zeitlich und oft auch wirtschaftlich aufwändiger – es müssen (speziell für Social Media) immer wieder neue Inhalte produziert werden und zunehmend ist auch ein eigenes Werbebudget erforderlich. Und ohne regelmäßige Impulse werden in diesen Bereichen schnell die Zugriffszahlen zurückgehen. In den Bereichen Organische Suche / SEO und Referrals können dagegen eher langfristige und nachhaltige Maßnahmen (im SEO-Bereich) und andere Aktivitäten wie z.B. Kooperationen und Blogger Relations sinnvoll sein.

Google Analytics: Akquisition > Übersicht

Piwik: Verweise > Übersicht

Was ist beliebt: Populäre Seiten

Auf jeder Website gibt es einige Seiten, die weit häufiger aufgerufen werden als andere. Die Startseite gehört häufig dazu. Es können aber auch ganz andere Seiten sein (z. B. zu speziellen Produkten oder Leistungen) – und oft versteckt sich in der Übersicht der am häufigsten aufgerufenen Seiten auch die ein oder andere Überraschung. Zumindest gelegentlich lohnt hier übrigens auch ein Blick in die Ränge unterhalb der Top 10.

So  können Sie z.B. Seiten identifizieren, die besonders häufig aufgerufen werden, aber auch Seiten, die viel Traffic über Links von Dritten oder Social Media erhalten. Dadurch erfahren Sie, welche Inhalte für die Besucher Ihrer Website relevant sind (Page Impressions, s.u.) oder mit welchen Inhalten Sie Besucher auf Ihre Website holen können (Referral Traffic).

Google Analytics: Verhalten > Übersicht

Piwik: Aktionen > Seiten bzw. Aktionen > Seitentitel

Wieviel: Page Impressions

Der Wert Page Impressions ist eine der grundlegendsten Website Metriken, wenn es darum geht, den Status und die Entwicklung Ihrer Website im Blick zu behalten. Er gibt an, wie oft insgesamt die Seiten Ihrer Website aufgerufen wurden – und ist damit quasi die PS-Zahl Ihrer Website.

Dieser Wert hilft Ihnen einerseits einzuschätzen, wie Sie im Vergleich zu anderen Akteuren stehen (um Werte anderer Website zumindest ansatzweise einschätzen zu, können Sie z. B. SimiliarWeb nutzen). Andererseits können Sie anhand der Page Impressions auch Veränderungen und Ausreißer beobachten (z. B. wenn die Seitenaufrufe dauerhaft zurückgehen) – und mit entsprechenden Maßnahmen gezielt gegensteuern. Darüber hinaus ist dieser Wert auch eine Hausnummer für die benötigte Technik, gerade wenn technische Änderungen oder ein Relaunch anstehen.

Google Analytics: Zielgruppe > Übersicht > Seitenaufrufe

Piwik: Besucher > Übersicht > Seitenansichten

Wer: Unique User

Die Page Impressions zählen, wie oft Ihre Seiten insgesamt aufgerufen werden. Dabei werden auch mehrfache Zugriffe auf eine Seite durch den gleichen Nutzer gezählt. Wollen Sie aber wissen, wie viele unterschiedliche Besucher Ihre Website in einem bestimmten Zeitraum hat, verrät Ihnen dies die Kennzahl Unique User. Unabhängig davon, wieviele Seiten ein Besucher innerhalb dieses Zeitraums aufruft: Gezählt wird er nur einmal.

Der Unique User ist also ebenfalls eher ein Orientierungswert – und zeigt, wieviele Menschen in dieser Zeit erreicht wurden. Hilfreich kann dieser Wert u.a. in Kombination mit den Page Impressions werden. Denn so erfahren Sie, ob die Seitenaufrufe von wenigen Nutzern kommen, die viele Seiten aufrufen – oder von vielen Nutzern, die nur wenige Seiten aufrufen.

Google Analytics: Zielgruppe > Übersicht > Nutzer

Piwik: Besucher > Übersicht > Eindeutige Besucher

Fazit zu den 5 Top Website Metriken

Natürlich gilt auch im Bereich Web Analytics: Welche Kennzahlen für Ihre Website entscheidend sind, hängt von Ihren individuellen Zielen ab. Doch wenn Sie wissen, mit welchen Geräten Nutzer Ihre Website besuchen, woher sie kommen, welche Inhalte sie nutzen und wie sich Seitenaufrufe und Besucherzahlen insgesamt entwickeln, sollten Sie ein grundlegendes Verständnis Ihrer Website bekommen.

Entsprechende Tools liefern dabei zahlreiche weitere Daten – von der geographischen Herkunft und der Sprache der Besucher, der Verweildauer und Absprungrate bis hin zur Definition und Messung von Conversion-Zielen (z. B. Newsletter-Abonnements oder Verkäufe). Welche dieser weiteren Kennzahlen für Sie relevant sind, hängt erneut von Ihren konkreten Zielen ab. Mit den 5 Top Website Metriken können Sie aber bereits gut einschätzen, wo Ihre Website steht und in welchen Bereichen Optimierungsbedarf besteht.

Ein Hinweis noch zum Schluss: Beim Einsatz von Web Analytics Software wie Google Analytics oder Piwik sollten Sie immer auch den Datenschutz beachten. In jedem Fall gilt: IP-Adressen dürfen Sie nur anonymisiert erfassen und Sie brauchen einen entsprechenden Hinweis in Ihrer Datenschutzerklärung. Dies und mehr erklärt z.B. Rechtsanwalt Thomas Schwenke ausführlich für den rechtssicheren Einsatz von Google Analytics und für Piwik als Alternative zu Google Analytics.

3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Danke für diesen Beitrag. Google hat übrigens 2014 die Terminologie geändert, Unique Users gibt’s nicht mehr, das sind jetzt Nutzer.
    Zum Refferer würde ich ergänzen, dass leider auch hier das zunehmend Problem die Werelevanten verzerrt, das kann aber über die Einstellungen gelöst werden.

    • Katja Evertz

      Danke für Deinen Kommentar. 🙂

      Natürlich hast Du Recht, was die Bezeichnung durch Google betrifft. Wir haben aber “Unique User” verwendet, weil der Begriff generell und in vielen anderen Tools immer noch gebräuchlich ist. Unter welcher Bezeichnung die Werte bei Google Analytics und Piwik jeweils konkret zu finden sind, haben wir deshalb ja am Ende jeder Kennzahl erwähnt.

      Leider bin ich mir unsicher, worauf Du Dich mit Deinem zweiten Punkt beziehst. Falls es um den Referrer-Spam geht: Ja, das ist ein Problem, aber das schien uns an dieser Stelle nachrangig zu sein. Denn der Referrer-Wert ist und bleibt in unseren Augen eine der wichtigsten Metriken bei einer Website. Hinzu kommt, dass Google in den letzten Wochen da ja auch nachzusteuern scheint – womit das hoffentlich nicht mehr allzu lange ein spürbares Problem ist. 🙂

      • Mit dem Referrer-Wert bin ich ganz bei dir. Ich habe selber die Erfahrung gemacht, dass Rerrerer-Spam die Ergebnisse massiv verzieht. Referrer-Traffic bedeutet dann Good News, wenn die Links Besuche von Usern bringen, welche auf der Seite finden, was sie erwartet haben und nicht gleich wieder abspringen. Ich hoffe aber, dass Google dieses Verhalten (kurze Verweildauer, hohe Bounce Rate) in Zusammenhang mit Referrer-Spam in die richtigen Proportionen setzt. Das sollte eigentlich so sein, weil ja Google, wie du auch sagst, du diesem Thema schon Massnahmen ergriffen hat.

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