Lesetipp: BVDW Social Media Monitoring Leitfaden

Bereits 2011 veröffentlichte der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. einen Leitfaden mit Praxistipps und Checklisten für die Medienbeobachtung in Social Media. Die Fokusgruppe Social Media im BVDW hat nun im Sommer einen Nachfolger vorgestellt: Der Leitfaden „Social Media Monitoring in der Praxis“ fasst die Grundlagen zum Thema zusammen und bietet einige Tipps für die Anbieterauswahl sowie die Einordnung aktueller Trends im Monitoring. Vor allem aber zeigt er anhand verschiedener Cases aus unterschiedlichen Branchen die Vielseitigkeit des Arbeitsfeldes.

Wie viel sich im Bereich Monitoring seit 2011 verändert hat, zeigt bereits die Einführung des Leitfadens. In den Grundlagen geht die Fokusgruppe Social Media im BVDW nämlich nun auf die so wichtige Unterscheidung zwischen Social Media Monitoring und Social Media Analytics bzw. Web Analytics ein. Denn insbesondere bei der Tool-Auswahl ist diese Unterscheidung ja elementar. Lesenswert sind auch die Ausführung zur Erwartung und Aufwand für das Monitoring, denn hier schafft es der BVDW, die oft übertriebenen Erwartungen an das Monitoring zu relativieren. Denn zwischen den Werbeversprechen vieler Anbieter und der Monitoring-Wirklichkeit gibt es auch 2017 noch eine Lücke: “Wir werden auf diesem Weg nie erfahren, was Konsumenten denken. Das Tool erlaubt uns lediglich, mitzulesen, was die Konsumenten schreiben”, so der BVDW.

Vom Bäcker bis zur Airline: Die Praxisbeispiele im BVDW Social Media Monitoring Leitfaden

15 Praxisbeispiele stellt der BVDW im Leitfaden vor. Vom Umfang her nehmen sie mehr als die Hälfte des Leitfadens ein. Unterteilt sind nach unterschiedlichen Arbeitsfeldern. Abgedeckt werden dabei die folgenden Bereiche:

  • Marketing und Vertrieb
  • Unternehmenskommunikation und PR
  • Human Resources
  • Innovation, Forschung und Entwicklung
  • Produktmanagement
  • Kundenbetreuung
  • Agenturen und Dienstleister

Die Praxisbeispiele sind übersichtlich aufgebaut. Zunächst erfolgt eine kurze Beschreibung der Herausforderung, danach eine mögliche Lösung und die Ergebnisse der Umsetzung. Die Praxisbeispiele kommen z. B. von der Bimbo-Gruppe (einem internationalen Backwarenhersteller), British Airways, aber auch aus der Modeindustrie oder dem Bildungsbereich. Vorgestellt werden Sie vor allem von Anke Grünhaupt (Talkwalker), Susanne Ullrich (Brandwatch) und Melanie Arens (KANTAR TNS).

Die Praxisbeispiele des Social Media Monitoring Leitfadens zeigen dabei insbesondere, wie stark sich die Branche in den letzten Jahren weiterentwickelt hat. Susanne Ullrich, stellvertretende Vorsitzende der Fokusgruppe Social Media im BVDW und Marketing Director DACH / FR bei Brandwatch, sagt dazu:

Als sich der BVDW 2011 erstmals mit Social Media Monitoring in einer Publikation auseinandergesetzt hat, mussten wir viel Grundlagenarbeit leisten. Der inzwischen immens hohe Professionalisierungsgrad ermöglicht uns heute, viel tiefer in die Materie einzusteigen und vor allem anhand der Praxis Cases aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen Nutzen und Notwendigkeit eines strategisch aufgesetzten Monitorings aufzuzeigen.

Dabei sind die Praxisbeispiele für Monitoring-Neulinge, die sich zunächst einmal orientieren möchten, ebenso lesenswert wie für erfahrene Monitoring-Nutzer, die hier weitere Impulse erhalten.

Tipps zur Tool-Auswahl und Trends im BVDW Social Media Monitoring Leitfaden

Neben den Praxisbeispielen gibt der BVDW Social Media Monitoring Leitfaden auch dem Vorgehen bei der Suche und Auswahl des passenden Anbieters. Hier helfen insbesondere die Entscheidungshilfe für den Auswahlprozess auf strategischer Ebene als übersichtliches Schaubild und der umfangreiche Kriterienkatalog, der zumindest die wichtigsten Auswahlkriterien zusammenfasst und erklärt. Auch ein Beispiel für eine Kriteriengewichtung stellt der BVDW dar und vermittelt damit guten Eindruck von der Komplexität des Auswahlverfahrens.

Zum Abschluss des Leitfadens wagt der BVDW noch einen Ausblick auf die Trends im Social Media Monitoring und identifiziert hier vor allem die folgenden vier:

  • Bildanalyse (auch Bewegtbild)
  • Predictive Analytics
  • Data Intelligence als Weiterentwicklung der Social-Media- und Webanalyse
  • Aufbrechen von Datensilos, um Monitoring-Daten nicht getrennt zu beobachten

Fazit zum BVDW Social Media Monitoring Leitfaden

Das Update zum Thema Social Media Monitoring hat lange auf sich warten lassen – aber das Warten war es durchaus wert. Der neue Leitfaden überzeugt vor allem durch seine Praxisnähe und zeigt, wo wir im Bereich Monitoring heute stehen. Damit ist er auch ein übersichtliches Nachschlagewerk und gehört zur Pflichtlektüre für Social Media Experten ebenso wie Marketing- und PR-Verantwortliche. Unbedingt lesen!

Der Leitfaden „Social Media Monitoring in der Praxis“ steht kostenfrei als Download auf der BVDW-Website zur Verfügung und findet sich jetzt auch bei unseren Lese-Tipps.

Katja Evertz

Veröffentlicht von

Katja Evertz arbeitet als Digital Strategist bei FleishmanHillard. Nach Stationen im Agenturbereich (Director Editorial in der Kommunikationsagentur CAMAO) und im Hochschulsektor (Universität St.Gallen, Schweiz) trieb sie bis März 2016 als Referentin (und bis 12/2014 als stellvertretende Pressesprecherin) das Thema Social Media in einer Bundesbehörde voran. Dabei beschäftigt sie sich auch seit Jahren mit den Themen Social Media Monitoring und Analytics. Als Speaker ist sie zudem regelmäßig auf Konferenzen, Seminaren und auch auf BarCamps anzutreffen, von denen sie über 10 bereits mitorganisiert hat. Sie twittert unter @katjazwitschert und bloggt ansonsten unter www.katjaevertz.de und www.goverbreak.de.

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